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Paramentenkunst aus dem Benediktinerinnenkloster
Unserer Lieben Frau zu Habsthal

Das Kloster Habsthal als Träger und Vermittler von religiösen und weltlichen Traditionen

Klöster sind bis in die gegenwärtige Zeit prädestinierte Stätten, an denen das Zusammenspiel von Welt und Religion durch überlieferte und gelebte Tradtionen in einzigartiger Weise sichtbar und erfahrbar wird. Frauenklöster bewahren eine der schönsten Tradition in ihren Paramentenwerkstätten. Ein Beispiel dafür ist das Benediktinerinnenpriorat Habsthal, das auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblicken kann, deren Wurzeln bis ins Mittelalter reichen. Sowohl die Nonnen des ehemaligen Dominikanerinnenklosters von 1259 bis 1841 als auch die Benediktinerinnen des Stammklosters Hermetschwil, das seit 1083 besteht, waren in der Paramentenkunst große Meisterinnen, was einzigartige Exponate bezeugen.

Die kunstvoll gearbeiteten Paramente und Fahnen der Benediktinerinnen von Habsthal lassen erkennen, welche Wertschätzung frühere Generationen kirchlichen und weltlichen Festen entgegen brachten. Weder Kosten noch Mühe wurden gescheut, Liturgie und Bräuche durch wertvolle Kunst zu veranschaulichen, zu bereichern und sinnenhaft erfahrbar zu machen.

Bei der Frage nach den Quellen dieser bewundernswerten Kreativität stößt man auf die seit Benedikt von Nursia, geboren um 547, überlieferte Tradition monastischen Lebens: ora - labora - lege (Gebet - Arbeit - Studium). Die schöpferischen Fähigkeiten der Nonnen konkretisierten sich im Gottesdienst wie auch im Küchendienst, im gemeinschaftlichen Feiern, in der persönlichen Frömmigkeit, in der Kunst des Musizierens und Malens, im  Dienst an den Armen und Gästen.

Aus dem gemeinsamen Leben der Nonnen, aus der inneren Überzeugung und Dankbarkeit für ihre Berufung erwuchsen das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer alten, aber lebendigen Tradition und die Verpflichtung, dieses Wissen und Handeln an die kommende Generation zu überliefern. Damit leistete das Benediktinerinnenkloster Habsthal einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben der näheren und weiteren Umgebung.

Die Ausstellung “Schätze der Paramentenkunst und andere Kostbarkeiten aus dem Kloster Habsthal” zeigt Exponate der Paramentenkunst, Kirchen- und Vereinsfahnen, das Stickzimmer mit der noch vorhandenen Einrichtung und die reich ausgestattete alte Klosterküche. Ausstellungsbesucher können Gegenstände aus dem Klosterfundus erwerben.

Zum traditionellen religiösen Leben der Kloster- und Pfarrgemeinde Habsthal gehört auch die Orgel auf der Nonnenempore. Diese “Königin der Instrumente” kann in diesem Jahr auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken, ein Jubiläum, das in die Ausstellungseröffnung eingebunden wird. 1907 wurde das Instrument von den Benediktinerinnen bei den Gebrüdern Späth in Ennetach bestellt. Der Auftrag war eine Gegenleistung für das von der Pfarrgemeinde eingeräumte Recht, die Nonnenempore wieder für das Chorgebet benutzen zu dürfen. Die fast original erhaltene Orgel hat im Laufe der Jahrzehnte mehrere Restaurierungen erfahren, zuletzt im Jahre 2003 durch den Orgelbauer Harald Rapp aus Ennetach. Dabei wurden die alten Zinkpfeifen durch neue Zinnpfeifen ersetzt, so dass nun das mit 18 Registern ausgestattete Instrument mit großem Wohlklang die Liturgie begleitet.

 

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© Kloster Habsthal