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Schwäbische Zeitung vom 20.12.2010

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Bericht in "Ilmensee.Wald.Ostrach" Konzert von Prof. Grube 4. August 2010

Professor Dr. Michael Grube, in Überlingen geboren, heute aber in der ganzen Welt zu Hause, lockte viele Besucher in die Klosterkirche von Habsthal. Unter dem Titel „Violinzauber aus vier Jahrhunderten“ spielte der für seine Virtuosität wie auch seine Pianissimo-Kultur berühmte Violinist das neueste Soloprogramm seiner mehrmonatigen Europatournee. Wer Michael Grube hört, will natürlich auch seine weltbekannte Geige von Nicola Amati (1596-1684) aus dem Jahre 1683 hören. Michael Grube und seine Amati – die gehören einfach zusammen. Nicola war der bedeutendste Meister der berühmten Geigenbauerdynastie aus Cremona, seine Instrumente mit dem sanften, süßen Ton gehören heute zu den begehrtesten und teuersten in der Welt. Gleich im ersten Stück des Programms, einer Caprice von Paganini, begann Michael Grube mit zarten, innigen Tönen, bevor er im Mittelteil mit Teufelssprüngen, schnellen Läufen und Forte-Arpeggien zeigte, dass dieses Instrument auch die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts adäquat wiedergibt. Was auch gespielt wurde, immer faszinierte der Wohlklang dieser Geige, die auch im Forte nie grob wirkte. Natürlich wurde dieses Instrument von einem Meister gespielt: Wann hat man je ein so gleichmäßig gestrichenes Pianissimo gehört, das in einem langen Decrescendo bis zur Unhörbarkeit verklang? Eine chromatische Etude von Elgar, ein pastoral gefärbtes, dicht geflochtenes Andante des polnischen Violinisten Wieniawski, ganz auf Wohlklang gestimmt, die 3. Sonate seines Schülers Ysaye (George Enescu gewidmet und in seinem Stil geschrieben), eine Chaconne des 1942 in Wien gestorbenen Loebl, die im neoklassischen Stil geschriebenen Variationen über ein Volkslied aus Afghanistan des noch lebenden Gerhard Track: Geiger und Geige meisterten alle technischen Anforderungen, Kontraste und Stilarten dieser Werke, je nach Komponist und Epoche mit oder ohne Vibrato gespielt. Viele Besucher kannten noch den Vater, Max-Ludwig Grube, der lange in Sigmaringen unterrichtete. Von ihm spielte der Sohn dessen 1. (Kirchen-)Sonate mit 4 Sätzen, der letzte eine Passacaglia über b-a-c-h, für einige eine nostalgische Wiederbegegnung. Michael Grube betätigt sich auch als Musikforscher; so hat er eine Caprice des vergessenen Salomon Lieben aus Moldawien mit rumänischen Anklängen ans Licht gebracht und in sein Programm eingebaut (als einziger in der Welt, wie er erklärte). Zum Schluss kehrte er zum Altmeister der Soloviolinen-Literatur zurück, zu Johann Sebastian Bach. Dessen gewaltige und facettenreiche Chaconne in d-moll mit ihren 64 Variationen, auf einer fast zeitgenössischen Geige gespielt, hinterließen einen tiefen Eindruck. Für den Beifall dankte der Künstler mit der (einstimmigen) Träumerei des vor genau 200 Jahren geborenen Schumann. Waltraud Selg begrüßte den Künstler und dankte ihm für seinen Beitrag zur Restaurierung der Kirche und lud zu weiteren Konzerten in der Klosterkirche ein.

Dr. Werner Fischer


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 31. Mai 2010

Flohmarktsüchtige stürmen das kleine Kloster Habsthal

Habsthal – Überwältigt von Andrang und Kauflust sind die 30 Helfer und die Klosterfrauen gewesen. Zwei Stunden vor Eröffnung standen schon die ersten Interessenten vor dem Klostertor und drohten drüber zu klettern. Am Abend dieses außergewöhnlichen Tages war fast alles verkauft.

Von unserer Mitarbeiterin
Vera Romeu

Die Autonummern verrieten, dass die viele Besucher aus einem großen Einzugsgebiet kamen. Zwischen Ludwigsburg und Bregenz hatte sich herum gesprochen, dass die Benediktinerinnen gezwungen waren, wegen der anstehenden Dachsanierung ihre Speicher zu räumen. So hatten sich viele erhofft, auf diesem ungewöhnlichen Flohmarkt an kostbare und interessante Stücke heran zu kommen. Das ganze Dorf war zugeparkt, die Autos standen sogar am Friedhof außerhalb der Bebauung.
Am frühen Morgen hatten die rund 30 Helfer erst mal im Bereich vor dem Tor auf Bänken und Tischen die Dinge aufgestellt, die kostenlos mitgenommen werden durften. „Wir haben diesen Bereich zweimal aufgefüllt. Er war schon leer, bevor wir das Klostertor um 10 Uhr aufmachten“, berichtete Schwester Kornelia Kreidler OSB am Ende dieses verrückten Tages.
Ab 8 Uhr standen schon die ersten Flohmarktprofis da und erhofften sich, vor 10 Uhr zugelassen zu werden, um die besten Stücken schnappen zu können. Doch Schwester Kornelia blieb hart: Die Tür zum Klostergelände wurde erst mit dem Glockenschlag um 10 Uhr aufgemacht. Die Leute standen schon seit geraumer Zeit davor Schlange, manche waren sogar dabei, das Tor hinauf zu klettern.
„Um 10 Uhr stürmte eine Schar Menschen auf das Gelände, so etwas habe ich noch nie gesehen“, berichtete einer der Helfer. Es sei ganz anders gewesen, als beim Adventsmarkt, wo die Besucher sich über den Tag verteilen. Die Menschen stöberten auf allen Tischen nach Schnäppchen, suchten das Stück, das ihnen zu Hause noch fehlt. Die Kauflust war immens.

          

„Ein Filmteam hat einiges gekauft, um Kulissen zu bestücken“, berichtete Schwester Kornelia, die sich freute, dass die alten Sachen so viele Interessenten fanden. In der Textilfundgrube haben sich die Heerscharen kaum mehr bewegen können. „Altes Leinen und alte Spitzen haben die Leute ruck zuck weggekauft“, berichtete die Helferin Waltraud Selg. Wolldecken und Handarbeiten aus dem klösterlichen Fundus, Hüte und Kleider aus der Theaterkiste, vieles ist über den Verkaufstisch gegangen. „Die Leute haben wirklich einen Sinn dafür, was gut und schön ist“, quittierte Selg.
Auf großes Interesse sind auch die Möbel gestoßen. „Heute morgen war der Kreuzgang voll mit Betten und Holztäfern“, erzählte ein Helfer und zeigte am Abend in den leer gefegten Gang. Auch die Scheune draußen war voll mit Koffern, Truhen, Nachtschränkchen gewesen. Ein extra für diesen Anlass aufgespanntes Zelt beherbergte Schränke und Kronleuchter.
Ein Pendeldienst karrte die Möbel die gesperrte Klosterstraße hinunter, damit die Käufer ihre Möbel gleich einladen konnten. „Logistisch war es ein interessanter Tag. Wir haben keine Erfahrung mit einem Flohmarkt. Wir hatten zwar schon erahnt, dass es einen Andrang geben könnte, aber nicht so“, erzählte Schwester Kornelia. Im Vorfeld hatte sie viele telefonische Anfragen vertrösten und Besuche abwehren müssen. Zum Glück spielte das Wetter mit: Eine warme Sonne badete das Geschehen in ein schönes Licht, Schwester Kornelia teilte den Helfern Strohhüte von der Theaterkiste aus, um sie gegen Hitzschlag zu schützen. Alle blieben trotz Hektik bestens gelaunt. Der Kuchen im Refektorium ging schon um 13 Uhr aus, die Klosterfrauen stellten sich kurzerhand in die Küche und backten nach.
„Es war ein ganz besonderer Tag für das Kloster. Nun kann die Sanierung des Daches beginnen“, sagte die Benediktinerin. Das Gerüst steht schon an der Wand, die Zeichen stehen nun auf Baubeginn.


 

 

Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 23. 5.2009:

 

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© Kloster Habsthal